Was ist sexy? Wenn Ihr mich das in der High School gefragt hättet, hätte ich Euch wahrscheinlich sofort den Victoria’s Secret-Katalog unter die Nase gehalten. Ich dachte damals, es gäbe nur eine Richtige Antwort auf diese Frage. Und ich dachte, dass Schmollmünder und Push-Up BHs unbedingt dazugehören würden. Die Wahrheit ist allerdings, dass sexy sein auch ohne ein unfassbares Aussehen und halbnacktem Geräkel am Strand funktioniert. Es geht nicht darum möglichst lasziv einen Lolli zu lutschen oder den Intimbereich mit Juwelen zu bekleben (Ja, manche Leute tun das!). Meiner Meinung nach bedeutet Sexiness Attitüde und nicht nur gutes Aussehen. Es geht weniger darum, was die Leute von Dir denken sondern mehr darum, was Du von Dir selbst denkst. Es ist eine andere Art des Selbstbewusstseins – eine so einzigartige und magnetische, die andere einfach anzieht. Und das Wichtigste: Sexy sein hat absolut nichts mit Sex haben zu tun.
Ich nehme an, man kann Leuten nicht vorhalten, dass sie Sexiness mit Sexualität gleichsetzen. In Filmen und im Fernsehen sind die sexy Charaktere meistens diejenigen, die kein T-Shirt mehr tragen. Aber sie sind eben genau das – eindimensionale Charaktere, mediale Stereotypen. Der Nerd, der heiße Typ, die zwei scharfen Mädels, die miteinander rummachen, der schwarze Typ. Die Leute denken ja nicht, dass alle afroamerikanischen Bürger Gangster sind, also sollten sie auch aufhören Sexiness synonym mit Körperlichkeiten zu sehen.
Vielleicht argumentiere ich so, weil ich nicht gerade der Hollywood-Stereotyp von „sexy“ bin. Ich bin nur 1,50 groß, kriege während meiner Periode Tobsuchtanfälle, habe zero Brüste. Ich habe mich an Halloween als schlampigen Ninja Turtle verkleidet und – ja, ich geb’s zu – mal mit einem Mädchen rumgeknutscht. Und ich sag Euch was – nichts von alldem hat mich irgendwie sexier werden lassen. Erst, als ich in mir drin nach meiner einzigartigen Sexiness gesucht habe, habe ich sie entdeckt. Ich habe gelernt, mich selbst zu schätzen und BOOOM! Ich habe mich plötzlich unfassbar heiß gefühlt.
Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass man aufhören muss, sich ständig mit anderen zu vergleichen und deren Verständnis von „sexy“ zu verinnerlichen. Es gibt immer jemanden da draußen, der attraktiver oder schlauer ist, oder den Roboter-Tanz besser beherrscht. Es gibt immer Mädchen mit größeren Brüsten und Jungs mit größeren…Füßen, und so ist es einfach. Wenn Ihr mir irgendwie ähnlich seid, dann wird ein Vergleichen mit anderen nur zu Unsicherheit führen. Stattdessen solltet Ihr Euch mit der alten Version von Euch vergleichen und versuchen besser als sie zu sein. Wenn Ihr Euch innerlich Glücklich und Gesund fühlt, dann strahlt Ihr das auch nach außen. Und das, meine Freunde, ist wirklich sexy.

